Nach zwei intensiven Arbeitstagen mit in Summe fast 20 Autobahnstunden und einer Riesenportion an Regen, Schnee und grauem Himmel kann ich scheinbar nicht genug bekommen. Erneut befinde ich mich auf der Autobahn. Diesmal heißt die Destination Graz und ich tauschte Firmenwagen gegen Bus. Das Dreckswetter verfolgt mich weiterhin.

Mit Snoop Dogg als Begleitung auf dem Weg zur Einweihungsparty meines besten Freundes. Eine feuchtfröhliche Nacht steht bevor und ich komme ganz gechillt an. Wir. Nach den Strapazen der letzten beiden Tage konnte ich ausschlafen und im Bus kann ich abschalten. Kein Verkehr, der mich als Fahrer zur Weißglut bringt. Und ich kann schreiben.

Eine Challenge gab es allerdings. Diese meisterten wir bravourös. Mich schnell mal über beide Sitze ausgebreitet und tiefschlafend gestellt. Snoop und ich hatten nämlich keinen Bock auf einen Sitznachbarn. Wer ansatzweise zwei Meter lang ist, versteht mich. Außerdem waren wir ja schon zu zweit und benötigten den Platz für unser Shooting.

Nach einer Tanznacht verlief das sonntägliche Aufstehen um die Mittagszeit überraschend easy. Grund könnten allerdings die Kopfschmerzen gewesen sein. Aber ich spekuliere ungern. Lege mich lieber fest. Somit hatte es wohl eher mit der Vorfreude zu tun. Die Vorfreude auf unseren kleinen Sonntagsausflug.

Es ging nach Perchtoldsdorf und das Wetter spielte mit. Pop Up Flohmarkt stand auf der Agenda, für mich als männlicher Besucher aber eher das eine oder andere Gläschen Wein. Denn ganz nach dem Motto „schräge Schuhe treffen auf schräge Weine“ freute ich mich auf mein Aufeinandertreffen mit dem Rebensaft des Weingut Nigl. Die hohen Hacken überließ ich der Damenwelt.

Schön wars und meine in der Nacht davor angezüchteten Kopfschmerzen gerieten im Eiltempo in Vergessenheit. Und die Tablette am Abend beseitigte sie endgültig. Aber zurück zu den Nigls und meinem eigentlichen Highlight dieses Nachmittags: Der herzliche Empfang durch die liebe Helene. Ich freue mich auf ein Wiedersehen am Kunigundberg.

Zunächst Gratulation meinerseits an das Basketballteam der University of North Carolina. Frisch gebackener College Meister der USA. In der March Madness holten die Tar Heels den insgesamt sechsten Meistertitel im Basketball für die UNC. March Madness. So wird das Finalturnier um die College Meisterschaft genannt. Und wir stecken gerade mitten in der April Madness.

Wettertechnisch. Es kann nur besser werden und der Blick auf den Kalender stimmt mich optimistisch. Mai in Sicht. Aber noch ist es unangenehm. Kurze Hosen bleiben zum aktuellen Zeitpunkt und unter Anbetracht der Tatsache, bei geringen Temperaturen eher eine Schwachstelle zu sein, ein Wunschtraum. Somit splitten wir das heutige Outfit.

Und zwar in zwei Teile. Sommerlich mit Basketball Jersey und kurzer Hose, nicht so sommerlich mit Football Jersey, also zumindest kurzen Ärmeln und langer Hose. Aber im Mittelpunkt steht meine zweite Lieblingsfarbe nach schwarz: Carolina blau, hellblau, powder blue, college blue oder himmelblau. Sucht es euch aus. Die Teamfarbe der Tar Heels hat es mir seit jeher angetan. Und macht Appetit auf geiles Wetter.

(pics: fanatics.com, flightclub.com, hm.com, kickz.com)

Vollbracht. Lange zögerte ich es hinaus. Ich stehe von nun an ganz offiziell ohne Instagram Account da und es war ein langwieriger Prozess. Zum einen mein Gewissen: Viele coole Bilder und persönliche Highlights, die ich aus dem Leben schieße. Zum anderen mein Gedächtnis: Wie lautete nochmal dieses verdammte Passwort? Ich benötigte es zum Löschen meines Kontos.

Snoop Dogg postete einst: „I’d rather chill by myself than be around this fake shit, word up.“ Und genau dieser Fake Shit trieb mich zu meiner Entscheidung. Eine großteils surreale Welt, die einem mit inszenierten Perfektionismus blendet. Eine selbstverliebte und likegeile Gesellschaft, die mehr und mehr in diese falsche Richtung mutiert. Nein danke. Nicht mit mir.

Besenstil jetzt also komplett ohne Auftritt in sozialen Medien. Es ist mein ganz persönliches Zeichen an diese virtuelle Verarsche da draußen. Es wird niemanden von den Blendern jucken, mir tut es aber wahnsinnig gut. Ebenso die Tatsache, einige meiner Bilder kurz vorm Eliminieren des Accounts gerettet zu haben. Ein Auszug aus meiner tatsächlichen Welt. Bitteschön:

Heute ein Beitrag aus der Kategorie Gedanken. Mein Gehirn erhält dabei prominente Unterstützung. Von niemand geringerem als meinem Herzen. Daher gilt: Achtung, Kitsch-Alarm! Weiterlesen auf eigene Gefahr. Riskiert es aber. Es hat sich jemand verdient.

Jemand, mit dem ich nachts überall anklingeln, herumblödeln, lachen, mich betrinken, eine smoken, oder zwei, Hip-Hop hören, bis in den Nachmittag hinein schlafen, kilometerweit spazieren, Tatort schauen, Wien entdecken, schnell gehen, 49er fahren, stundenlang schreiben, über Friedhofszäune klettern, frieren, schwitzen, dancen gehen, Kunst begutachten oder Bänke aus Kellern tragen kann.

Jemand, vor dem ich peinlich sein kann. Vor dem ich meine Kleidung tragen und ich einfach ich sein kann. Jemand, der viel Verantwortung trägt. Und trotzdem Zeit mit mir verbringt. Ein ganz besonderer Jemand <3