Zum einen liest und hört man, es sei aufgrund der Herkunft des Fleisches. Zum anderen liest und hört man, es sei wegen des Mix an Saucen. Oder weil der Chef dort gelernt hat. Die Rede ist von Berlin. Eigentlich Wien. Berliner Döner in Wien. Siebter Bezirk.

Dort, wo die Zieglergasse mit der Westbahnstraße kreuzt. Dort, wo der 49er seine Station Zieglergasse hat. Dort, wo eine Kirche steht. Am Schottenfeld. Wo alle Brüder sind und ich nach fünf Gehminuten den (vorweggenommen) besten Döner unserer Stadt genießen kann.

Knuspriges, selbst gebackenes Brot. Gefüllt mit Weißkraut, Rotkraut, Zwiebel, Hühner-, Lammfleisch oder beidem. Joghurtsauce, scharfe Sauce und Spezialsauce. Auf die Tomaten-Gurken-Kombi muss ich verzichten. Ich leide an Gurkengrausen.

Ebenfalls Minuspunkt sind die fettigen Pommes. Hat jetzt aber nix mit Döner zu tun. Und dieser ist mit Abstand das Beste, was mir aus seiner Gattung bis dato zwischen die Zähne gekommen ist. Trotz meines gurkenverschuldeten Tomatenverzichts.

Swag. 2011 gekürt zum Jugendwort des Jahres. Steht für extreme Coolness. To swagger heißt in der englischen Sprache soviel wie prahlen. Somit wisst ihr, in welche Richtung es geht. Schlimm, wo sich der Style da draußen inzwischen hinentwickelt. Die Stores einer gewissen Einzelhandelskette betrete ich gar nicht mehr, um vom Swag nicht erdrückt zu werden.

T-Shirts, die bis zu den Knien hängen. Leggingartige Hosen mit künstlichen Löchern drin. Überdimensionale Sweater, darüber vielleicht auch noch ein T-Shirt. Caps mit Botschaften und Begriffen, deren lächerliche Pseudocoolness schwer zu überbieten ist. Runde Brillen mit komischen Gestellen, Nieten was das Zeug hält und gehypte Sneakers, die eher Astronautenschuhen gleichen.

Auch ich besaß Ansätze davon. Longshirts beispielsweise. Aber zu meiner Verteidigung: Ich sah Vorteile für meine Körpergröße. Aufgrund dieser Fehlentwicklung und Mutation des Streetstyles wurde längst alles entsorgt. Cool geht nämlich auch anders. Auf individuelle Art und Weise und weitaus weniger penetrant und peinlich wie diese Masse an gleichaussehenden Swaglords.

(pics: flightclub.com, hm.com, kickz.com, komono.com, stylefile.de)

Ich nehme nun einfach den Schuhkollaborationsflow aus dem letzten Beitrag mit und schreibe hier bunt und munter weiter. Bunt trifft es gut, schließlich handelt es sich um die Peanuts, die plötzlich auf den gängigsten Modellen von Vans auftauchen. Munter trifft es hingegen weniger gut. Es ist viertel 2 Uhr in der Nacht.

Als Kind war ich Riesenfan der Peanuts. Vor allem von Snoopy. Und Woodstock, diesem gelben Viech. Mittlerweile weiß ich ja, dass es ein Vogel sein soll. Früher rätselte ich während jeder Folge, die im TV lief. Aber gut, der große David kennt sich jetzt aus. Besser spät als nie. Komisch fand ich hingegen all diese Kinder. Charlie Brown, Linus, Peppermint Patty und wie sie alle hießen.

Ob mir sympathisch oder nicht, Vans war’s herzlichst egal. Und so finden sich sämtliche Charaktere auf insgesamt 71 Artikeln der Vans x Peanuts Kollektion wieder. Auf den Sneakers Old Skool, Sk8-Hi, Authentic und Classic Slip-On sowie auf verschiedenen Kleidungsoberteilen, Socken, Caps, Beanies, Rucksäcken, Schlapfen und Geldbörsen.

(pics: vans.at)

Wenn eine meiner Lieblingsmarken eine Kollaboration mit einer meiner Lieblingsmarken eingeht, dann finde ich das cool. So cool, dass ich auch darüber schreiben muss. Und hier dreht es sich um so ein gemeinsames Ding. Einem Ding zwischen Converse und Carhartt.

Es handelt sich um die erste Zusammenarbeit der beiden amerikanischen Brands. Als Grundlage dient die Ikone aus dem Hause Converse schlechthin, der Chuck Tayolor All Star. Und zwar die ursprüngliche Variante aus dem Jahre 1970: Chuck Taylor All Star’70 OX.

Carhartt WIP steuerte seine gebräuchlichsten Stoffe als Obermaterial bei. Einzigartig und natürlich in höchster Qualität, so wie wir es vom Arbeitsklamottenhersteller gewohnt sind. Die Kollektion entstand in mühevoller Handarbeit und die Stückzahl der Treter ist streng limitiert.

Die Reihe besteht aus insgesamt drei Schuhen, diese kommen jeweils in der Low-Variante. Ivy Green, für mich ein grünschwarzes Tigerstreifen Camouflage, Brown im Kamelton und Natural, derselbe cremeartige Farbton wie die gemeinsame Außensohle sind die Varianten.

(pics: converse.com)

Ich kann mich nicht genau an das Jahr erinnern. Es war an einem Abend in den frühen Neunzigern. Ich ging ins Wohnzimmer, wo mein Papa Fußball schaute. Setzte mich dazu. Und er sagte: „Schau dir das an, wie gut die spielen.“ Ein prägender Moment.

Denn „die“, das waren die Spieler von Juventus Turin. Die schwarzweiß gestreiften Trikots zogen mich in ihren Bann, verzauberten mich. Setzten sich umgehend in meinem Gehirn fest und eroberten mein Herz im selben Moment. Eine Verschwörung. Für immer und ewig.

1996 erlebte ich mein zweites Champions League Finale live im TV mit. Es war mein erstes mit Juve. Jubelnd zerlegte ich fast unser Sofa. Zunächst beim Führungstor, schließlich beim entscheidenden Tor im Elfmeterschießen. Juventus gewann.

Jahre vergingen. Wie 1997, 1998, 2003 und 2015. Allesamt Jahre, in denen Juve abermals im Champions League Finale stand. Den Platz aber jeweils als Verlierer verließ. Und der Alptraum ging weiter. Heute. Aber ich hab wen, der den Abend dennoch wunderschön machte.