Ich bleibe beim Essen. Weil es so schön ist. Diesmal schreib ich aber nicht über faschierte „Laberl“, nein, es geht um die Wurst. Denn jeder von uns kennt es, jeder von uns liebt es: Nach einer durchzechten Partynacht am Heimweg noch kurz Halt bei einem Würstelstand machen, um dem Magen nach hochprozentiger Flüssignahrung noch etwas Festes zu gönnen. Bevor man sich dann endgültig ins Koma verabschiedet.

Würstelstände sind aber viel mehr als nur der krönende Abschluss unserer Skandalnächte. Für mich stellen sie so etwas wie ein Sinnbild Wiens dar. Darüber hinaus genießen die Buden, wo Käsekreiner, Bratwurst, Frankfurter, Debreziner, Burenwurst und Leberkäse auf der Speisekarte stehen, mittlerweile sogar den Ruf als Wienerisches Kulturgut und Stadtinventar.

Dies war auch Stefan Oláh bewusst. Er kreierte mit freundlicher Unterstützung seiner Fotokamera im Vorjahr den wunderschönen Bildband Fünfundneunzig Wiener Würstelstände. Bei seinen Meisterwerken, in der die legendären Imbissstuben perfekt in Szene gesetzt wurden, machte der Künstler keinerlei Halt vor Jahreszeit, Nacht, Personal oder gar Kundschaft. Ganz roh und ungeschminkt also. Und eingebettet im Wiener Stadtbild.

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(pics: © Stefan Oláh)

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