Seit Donnerstag weiß ich, was Mods sind. Und dass Mods überhaupt existieren. Kleine Bildungslücke. Ihr verzeiht. Begonnen hat meine Phase der Erleuchtung vor dem Gartenbaukino. Ich war auf einer Buchpräsentation. Eine Vielzahl alter Vespas parkten dort. Weiter ging mein Lernprozess im Foyer des Kinos. Sämtliche Leute im selben Style. Und das Licht ging mir schließlich während der Lesung auf.

Christopher Just stellte seinen Roman Der Moddetektiv vor. Das Ding besteht aus ungefähr 550 Seiten, entstand drei Jahre lang, erschien im Milena Verlag und soll wahnsinnig unterhaltsam sein. Die Leseproben bescheinigten dies. Es lasen Hilde Dalik, Christian Dolezal, Robert Palfrader, Gerald Votava und Christopher Just himself. Alles beginnt mit einem ermordeten Mod in Wien und entwickelt sich zu einer Weltbedrohung.

Der Andrang war groß, das Foyer des Gartenbaukinos konnte aber auch etwas zu klein gewählt worden sein. Lassen wir mal dahingestellt. Jedenfalls sicherte ich mir Top-Plätze in der letzten Reihe auf den WC-Treppen. Sicht beschränkt, frischer Kloduft, zusätzliche Unterhaltung durch störende Tratschweiber. Klingt schlimm, war es aber nicht. Ein schöner Abend mit noch schönerer Begleitung, gutem Bier und anschließendem Sixties Sound.