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Heute lud Heineken zum Afterwork ein. Das Wetter war herrlich, die Location hieß Kleinod Sonnendeck. Sagte mir bis dato nichts. Ich hatte nur eine Vermutung anhand der Adresse. Petersplatz 7. Letzten Sommer fragte ich mich spazierend am Graben, von welchem Gebäudedach hier Beats kommen. Nun weiß ich Bescheid.

Und auch darüber, dass mich diese ziemlich nette Location nie wieder sehen wird. Zurückzuführen auf den Kulturschock, den ich dem ansässigen Snobtum zu verdanken habe. Ein dort Champagner trinkendes und Austern fressendes Volk, dessen Nasenspitzen über den Dächern Wiens sogar den 136 Meter hohen Stephansdom überragen.

Zum anderen hat es Heineken scheinbar notwendig, gratis Bier für geladene Gäste mit Wasser zu strecken. Lass ich mal so dahingestellt, denn in erster Linie hoffe ich, dass die Schickeria des ersten Bezirkes nie wieder nach einem Feuerzug gefragt wird. Sodass ihr Weltbild und die dabei verzogenen Silikonlippen schnell wieder zurechtgerückt werden.

Letztes Wochenende verbrachte ich wie vor einiger Zeit angekündigt in Amsterdam. Grund für den Trip: Sensation. Ein EDM Event in der Amsterdam Arena. Angetreten sind wir die Reise zu fünft, nach Hause gekommen sind wir ebenfalls zu fünft. Jeder hat das Wochenende somit überlebt. Soviel vorweggenommen.

Nein. Klingt alles viel dramatischer als es war. Nicht einmal Grünzeug wurde konsumiert. Weder in Tüten-, noch in Keksform. Letzteres hätte mich schon gereizt, nur am Freitag kam mir ein übermäßiger Biergenuss in den Weg, danach wäre ich vermutlich gestorben und Samstag wollte ich meine Konzertfähigkeit nicht auf das Spiel setzen. Sonntag war nur Heimreise.

Alles in allem ein lustiger Trip. Sensation war gut, Axwell Ingrosso, einen betrunkenen Hardwell und Tiesto als unangekündigten Special Guest erlebt. Nette Show und ausnahmsweise mal ganz in weiß. Auch die Stadt mit ihren Kanälen, schmalen, schiefen Häusern und Schaufenstern hat ihren Charme. Und gehaust haben wir in einer Jugendherberge. Wie einst auf Sommersportwoche.

Ich kann mich nicht genau an das Jahr erinnern. Es war an einem Abend in den frühen Neunzigern. Ich ging ins Wohnzimmer, wo mein Papa Fußball schaute. Setzte mich dazu. Und er sagte: „Schau dir das an, wie gut die spielen.“ Ein prägender Moment.

Denn „die“, das waren die Spieler von Juventus Turin. Die schwarzweiß gestreiften Trikots zogen mich in ihren Bann, verzauberten mich. Setzten sich umgehend in meinem Gehirn fest und eroberten mein Herz im selben Moment. Eine Verschwörung. Für immer und ewig.

1996 erlebte ich mein zweites Champions League Finale live im TV mit. Es war mein erstes mit Juve. Jubelnd zerlegte ich fast unser Sofa. Zunächst beim Führungstor, schließlich beim entscheidenden Tor im Elfmeterschießen. Juventus gewann.

Jahre vergingen. Wie 1997, 1998, 2003 und 2015. Allesamt Jahre, in denen Juve abermals im Champions League Finale stand. Den Platz aber jeweils als Verlierer verließ. Und der Alptraum ging weiter. Heute. Aber ich hab wen, der den Abend dennoch wunderschön machte.

Am 8. Juli wird’s weiß. Und zwar in der Amsterdam Arena und wohin das Auge reicht. Unter dem Motto The Final wird Sensation nach 17 Jahren zum allerletzten Mal in der niederländischen Hauptstadt eingeleitet. Mit Hardwell und Axwell Ingrosso.

Sensation, eine jährliche Electronic Dance Music Veranstaltung in mehreren Ländern, deren Startschuss eben in Amsterdam erfolgt, hat eine Besonderheit. Und zwar der einleitend bereits angespielte und komplett weiße Dress Code.

Dieser schwirrt wie oft bereits Wochen zuvor in meinem Hirn herum und steht auch schon fest. Ich beginne oben, wo die Auswahl nicht groß war: Ein simples T-Shirt. In der Mitte: Kurze Jeans. Etwas zerstört. Und unten: 4er Jordans.

Sensation sehe ich als persönlichen Ausklang meiner EDM-Festivalreisen. Wurden diese Feste stets mehrtägig gefeiert, kommt das eintägige Event meinem fortschreitenden Alter nur zugute. Im nächsten Jahr dann nulltägig.

(pics: footlocker.com, hm.com)

Nein. Keine Panik. Meine Webseite oder euer Rechner, der diese soeben anzeigt, wird sich nicht in wenigen Sekunden selbst zerstören. Vielmehr beschäftigt sich die Aktion Selbstzerstörung mit meiner Vergangenheit. Besser gesagt mit der Vergangenheit hier auf meinem Blog.

Geschmacksänderungen oder damalige, kurzfristige Geschmacksverwirrungen, eine neue Einstellung und Meinung. Mittlerweile schlechte Erfahrungen. Richtungsänderungen oder Schließung bestimmter Stores, Lokale und Brands. Und teilweise auch deren Undankbarkeit.

Gründe, die zu vielen Überlegungen führten, die wiederum hier und jetzt in dieser Aktion endeten. In der Eliminierung sämtlicher, von obigen Gründen betroffner Beiträge. 66 an der Zahl. Zwei davon nur teilweise. Von insgesamt 460 bisher veröffentlichten.

Eliminiert heißt durchgestrichen. Nicht gelöscht. Außer die Bilder. Speziell in die Texte floss viel Arbeit und Energie. Und sie verhalfen meinem Blog zum Wachstum. Daher dürfen sie in optisch hervorgehobener und schwer lesbarer Form bleiben.

Das Gesamtbild stimmt wieder. Ich bin mit meiner Vergangenheit im Einklang. Die Authentizität ist somit wieder gegeben. Keine Beiträge, die hier normal lesbar sind, mit denen ich mich aber nicht mehr identifizieren kann. Denn Dinge können sich nun mal ändern.