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Bald ist es ein halbes Jahr her. Mein Rückzug aus Instagram. Ein Schritt, der damals bitter notwendig und längst überfällig war. Eine oberflächliche Pseudogesellschaft, die sich selbst so sehr verarscht wie ihre Fanboys und Fangirls.

Durchaus hat(te) Instagram auch seine Daseinsberechtigung. Fotos teilte ich gerne. Niemals von meinem Gesicht. Ich bin nicht wie die. Hingegen postete ich Street Art. Beispielsweise. Direkt von den Wänden Wiens. Und ganz ohne Fake.

Das nicht zu vermeidende Ende meiner Instagram Ära hinderte mich aber in keiner Weise daran, weiterhin Bilder zu schießen und Kunstwerke der Straßen festzuhalten. Und zu teilen. Denn auch dazu benötige ich kein verlogenes Netzwerk.

Ich habe mein eigenes Portal. Da, wo ich im Viertagesrhythmus Beiträge für euch schreibe und da, wo ich ich bin und mich für niemanden und kein Geld der Welt verbiege. Und genau da werde ich nun regelmäßig meine visuellen Impressionen veröffentlichen.

Mittlerweile reichen zum Zählen keine zwei Hände mehr. In meinen vier Wänden sind sie längst in der Überzahl. Bewegen sich nicht. Grinsen aus jeder Ecke. Starren mich an. Sagen nichts. Aber machen meine Räume schön. Totenköpfe.

Style in einer unheimlichen Art und Weise. Unheimlich im wahrsten Sinne des Wortes. Gruselig bis böse. Wäre da nicht diese Extravaganz. Künstlerische Eleganz. Fast schon glamourös. Meine Vorliebe für das gewisse Extra.

15 an der Zahl. Verchromt, vergoldet, transparent, schwarz, weiß, bunt oder verziert. Als Flasche, als Trinkglas, als Kerzenständer, als Schale oder schlichtweg als Dekorationselement. Sogar in meiner Haut. Dann sind es aber 16.

Wahre Klassiker die kleinen Kerle. In modetechnischer Hinsicht dennoch nicht überall und jederzeit tragbar. Aber wohnmodetechnisch überall und jederzeit anwendbar. Schrill, bizarr und stilvoll. Todschicker Glanz für meine Wohnung.

Vollbracht. Lange zögerte ich es hinaus. Ich stehe von nun an ganz offiziell ohne Instagram Account da und es war ein langwieriger Prozess. Zum einen mein Gewissen: Viele coole Bilder und persönliche Highlights, die ich aus dem Leben schieße. Zum anderen mein Gedächtnis: Wie lautete nochmal dieses verdammte Passwort? Ich benötigte es zum Löschen meines Kontos.

Snoop Dogg postete einst: „I’d rather chill by myself than be around this fake shit, word up.“ Und genau dieser Fake Shit trieb mich zu meiner Entscheidung. Eine großteils surreale Welt, die einem mit inszenierten Perfektionismus blendet. Eine selbstverliebte und likegeile Gesellschaft, die mehr und mehr in diese falsche Richtung mutiert. Nein danke. Nicht mit mir.

Besenstil jetzt also komplett ohne Auftritt in sozialen Medien. Es ist mein ganz persönliches Zeichen an diese virtuelle Verarsche da draußen. Es wird niemanden von den Blendern jucken, mir tut es aber wahnsinnig gut. Ebenso die Tatsache, einige meiner Bilder kurz vorm Eliminieren des Accounts gerettet zu haben. Ein Auszug aus meiner tatsächlichen Welt. Bitteschön:

Das Thermometer pendelt sich allmählich in angenehmen Sphären ein. Zum einen wirkt sich das auf die Anzahl der Stunden aus, die ich spazierend im Freien verbringe. Einhergehend mit meinem Kilometerstand steigen diese drastisch an. Der Bock rauszugehen ist da und reaktiviert zum anderen meine Kreativität. Da kommen die Impressionen wie angeflogen. Futter für Beiträge. Und Lesestoff für euch.

So nahm ich unlängst meine neue Wohngegend genauer unter die Lupe. Längst überfällig. Bis ich meine neue Hood auswendig kenne, wird noch ein Weilchen vergehen. Zu versteckt sind manche Schätze an Lokalen, Stores und was auch immer. Aber der Grobüberblick steht. Und ich fühle mich extrem wohl. Vom ersten Tag an. Wo denn eigentlich? Am Neubau, wie es korrekterweise heißt.

Zu hip war mir diese Gegend immer. In den Sechsten wollte ich. Jetzt lebe ich aber doch im bunten Mariahilfer Nachbarbezirk. Dicht verbaut, enge Gassen, wenig grün und durchaus künstlerisch. Eingebettet zwischen Mahü, Gürtel, Lerchenfelder Str. und MQ sind nun einige meiner Lieblingsrestaurants direkt um’s Eck. Und der 49er. Meine neue Lieblingslinie.

Selbsttherapie. Wo wäre ich ohne? An erster Stelle steht Schlaf. Immer schon. An zweiter Stelle und immer mehr im Kommen: Nächtliche Stadtspaziergänge. Im Kern meiner Stadt. Stundenlang. Und Kilometerlang. Zwei Dinge benötige ich dazu: Meinen MP3-Player und die U-Bahn. Die letzte U-Bahn.

Quasi nach dem Motto „music on, world off“ und zusätzlich „light off“, zumindest in Bezug auf den Tageshimmel, werfe ich mich regelmäßig mit vollem Magen, vollem oder auch leerem Kopf in die Lichter und Schatten des nächtlichen Wiens. Zumeist suche ich nach Inspiration und Kreativität. Ab und an muss ich entspannen und vom Alltag runterkommen. Oder ich hab mir den Magen zu vollgefuttert.

Nachtschwärmer, Superhelden, Lichter, Kreaturen, das Korb, Auslagen, Kunstwerke, der Dom, Gesetzeshüter. So leer und doch so voll. So finster und doch so bunt. Unvermeidbare Begegnungen und Eindrücke meiner Runden. Der Bass in den Ohren, die Müdigkeit am Ende eines langen Tages. Allesamt Faktoren, die mich in einen Zustand der Meditation beamen. Er endet schließlich am Schwedenplatz. U1. Kurz nach Mitternacht.

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