Posts tagged Street Art

Bald ist es ein halbes Jahr her. Mein Rückzug aus Instagram. Ein Schritt, der damals bitter notwendig und längst überfällig war. Eine oberflächliche Pseudogesellschaft, die sich selbst so sehr verarscht wie ihre Fanboys und Fangirls.

Durchaus hat(te) Instagram auch seine Daseinsberechtigung. Fotos teilte ich gerne. Niemals von meinem Gesicht. Ich bin nicht wie die. Hingegen postete ich Street Art. Beispielsweise. Direkt von den Wänden Wiens. Und ganz ohne Fake.

Das nicht zu vermeidende Ende meiner Instagram Ära hinderte mich aber in keiner Weise daran, weiterhin Bilder zu schießen und Kunstwerke der Straßen festzuhalten. Und zu teilen. Denn auch dazu benötige ich kein verlogenes Netzwerk.

Ich habe mein eigenes Portal. Da, wo ich im Viertagesrhythmus Beiträge für euch schreibe und da, wo ich ich bin und mich für niemanden und kein Geld der Welt verbiege. Und genau da werde ich nun regelmäßig meine visuellen Impressionen veröffentlichen.

Street Art. Yeah. Endlich wieder Street Art. Von Mittwoch bis Samstag fand das Calle Libre 2017 statt. Zum bereits vierten Mal fungierte das jährliche Kulturprojekt als Interface zwischen Kunst, öffentlichem Raum und Partizipation. Letzteres galt nicht nur für Künstler aus aller Welt, es galt auch für uns.

Urban Divinity lautete der heurige Titel, das Programm des größten Street Art Festivals unseres Landes beinhaltete die gewohnten Wandgestaltungen inklusive Live Paintings, Workshops, Führungen, eine Filmvorführung und last but not least auch Party.

Meinen Beitrag an Partizipation lieferte ich in Form eines sonntäglichen Spaziergangs mit meiner Lady, um Resultate der zu diesem Zeitpunkt nicht mehr liven Live Paintings zu begutachten. Aber besser spät als nie. Unsere Tour startete im siebten Bezirk am Emil-Maurer-Platz, ging zum Achten und durch den Sechsten, um schließlich an der Schönbrunner Straße zu landen.

„I tried so hard and got so far. But in the end it doesn’t even matter. I had to fall to lose it all. But in the end it doesn’t even matter.“ Chester Bennington. Geboren am 20. März 1976. Gestorben am 20. Juli 2017.

Der Frontmann von Linkin Park litt an schweren Depressionen, wählte den Freitod. Er entschied sich gegen das Leben. Er wollte es so. Und ist jetzt glücklich. Hoffentlich. Zumindest ist er aber dort, wo er hin wollte.

Mit Rock konnte ich in nie etwas anfangen. Linkin Park stellte in meiner Jugend eine Art Ausnahme dar. Somit widme ich Chester und seiner unvergesslichen Stimme diesen Beitrag. Was bleibt, sind Hörproben und ein Graffiti von Lush Sux beim MQ. Rest in peace.



Cinderella ist soeben verunglückt. In ihrer am Dach liegenden Kutsche wird sie umringt von Paparazzi inklusive Blitzlichtgewitter. Am Wasser steuern überfüllte Flüchtlingsboote umher. Dazwischen treiben leblose Körper. Die von Flüchtlingen. Der Tod höchstpersönlich vergnügt sich samt Sense im Freizeitpark. Inmitten springender Karussellpferde starrt ein profitgieriger Schlächter auf seine potentielle Beute. Liebe Leute, willkommen im Dismaland!

Oder sollte es besser heißen, willkommen in der Realität? Banksy regt mit seinem vor wenigen Tagen im englischen Weston-super-Mare eröffneten Themenpark jedenfalls mal wieder gehörig zum Nachdenken an und bildet damit im Grunde genommen nichts anderes als Tatsache ab. So wie wir es von Banksy gewohnt sind. Dismal steht übrigens für Wörter wie trostlos, düster oder trist.

Und genau so sieht es in vielen Teilen unserer heutigen Gesellschaft leider aus, wenn wir uns ganz ehrlich sind. Bitte Augen öffnen. Banksy’s Kunst ist laut eigenen Aussagen eben mehr, als bloß das aus Teilen zusammengesetzte Ganze. Neben dem Meister himself haben zahlreiche weitere Künstler aus diversen Ländern Objekte wie gepanzerte Polizeifahrzeuge oder Atompilz-Skulpturen beigesteuert. Der unheimlich ehrliche Bemusement Park hat noch viereinhalb Wochen geöffnet.

Liebe Street Art Fans, kreative und gestaltungshungrige oder einfach nur neugierige Wienerinnen und Wiener aufgepasst! Und natürlich dürfen sich hier auch alle Nicht-Wienerinnen und -Wiener angesprochen fühlen. Ab Mittwoch findet eine künstlerische Zelebration der ganz besonderen Art und Weise statt. Das Festival für urbane Ästhetik. Calle Libre heißt es und jährt sich heuer bereits zum zweiten Mal.

Dahinter steckt die coole Idee, Künstler unterschiedlichster Nationen und Stadtbewohner nicht nur zusammentreffen, sondern vielmehr in Dialog treten zu lassen. Konkret heißt das also Mitsprache- und Mitgestaltungsrecht für uns alle. Sofern ihr natürlich vor Ort seid. Aber wer lässt sich so ein Event schon freiwillig entgehen? Zumal auch für feinstes Rahmenprogramm gesorgt sein wird. Ausstellung, kostenlose Workshops und jede Menge Party.

Im Konkreten wird von 14. bis 16. August in der Kaunitzgasse, Capistrangasse, Street Art Passage und im Andreas Park gemalt. Das komplette Programm findet ihr auf callelibre.at. Nun bedanken wir uns noch beim WARDA NETWORK und dem Kulturverein Calle Libre, die gemeinsam mit dem 6. und 7. Wiener Gemeindebezirk, der Stadt Wien und der UNESCO diese wunderbare Veranstaltung ermöglichen werden. Und freuen uns einfach drauf.

(pic: callelibre.at)

(pic: callelibre.at)